Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März gibt die Vereinigung für Menschen mit Behinderung ihre diesjährigen Medienpreisträger bekannt.
Berlin. Sie machen Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit sichtbar und setzen sich für eine inklusive Gesellschaft ein: der ARD-Sportexperte Frank Busemann ebenso wie die Geschwister Marian und Tabea Mewes mit ihrem Instagram-Kanal #notjustdown. Dafür verleiht ihnen die Lebenshilfe den Medienpreis BOBBY 2025. Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., wird die Ehrung im Rahmen der Mitgliederversammlung am 14. November in Berlin vornehmen. Der BOBBY ist nach seinem ersten Preisträger Bobby Brederlow benannt, einem 2024 verstorbenen Schauspieler mit Down-Syndrom. Der Lebenshilfe-Preis wird seit 1999 vergeben.
In wenigen Tagen, am 21. März, wird der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Wie der Alltag eines jungen Mannes mit Down-Syndrom (auch Trisomie 21 genannt) aussieht, welchen Spaß er am Leben hat, aber auch welche Widerstände er überwinden muss, zeigen Marian und Tabea Mewes auf ihrem Instagram-Kanal #notjustdown. Ulla Schmidt: „Die beiden sind damit überaus erfolgreich. Sie haben schon mehr als 80.000 Follower und verbreiten die so wichtige Botschaft: Alle gehören dazu, niemand darf ausgegrenzt werden!“
Die Geschwister freuen sich sehr über die Verleihung des BOBBY-Preises. „Einmal“, so Tabea Mewes, „weil Preise natürlich immer cool sind – erst recht, wenn man sie mit seinem Bruder teilen kann! Aber auch, weil das eine tolle Wertschätzung unserer Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen sieben Jahre mit #notjustdown ist und uns motiviert weiterzumachen. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftspolitisch vieles Sorgen bereitet und Hoffnungen nimmt. Inklusion und Teilhabe spielten im Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle und Deutschland hinkt bei den Umsetzungen der seit 2009 geltenden UN-Behindertenrechtskonvention nach wie vor meilenweit hinterher. Das lässt einen ernüchtert zurück, sollte aber gleichzeitig erst recht Grund dafür sein, weiterhin gemeinsam laut und sichtbar für eine inklusive Gesellschaft einzustehen.“
Frank Busemann eroberte 1996 mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille im Zehnkampf die Herzen der Leichtathletik-Fans. Heute kennt ihn das Fernseh-Publikum als ARD-Sportexperten, der regelmäßig auch bei Wettbewerben von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung vor der Kamera steht. So hat er zahlreiche einfühlsame Interviews bei den Weltspielen der Special Olympics 2023 in Berlin geführt. Zudem ist er seit 2014 ehrenamtlicher Botschafter von Special Olympics Deutschland. „Frank Busemann ist ein absoluter Sympathieträger und eine Identifikationsfigur – gerade für Menschen mit Behinderung“, betont Ulla Schmidt. Er selbst sagt: „Vor über 20 Jahren bin ich das erste Mal mit Athletinnen und Athleten von Special Olympics während eines Charity-Laufes in Kontakt gekommen und mir gefiel sofort das Allerwichtigste im Sport: Fairness und Leidenschaft. Das haben alle Sportlerinnen und Sportler gelebt und machen das bis heute. Zudem formt der Sport mit einem Ziel jeden einzelnen Menschen und gibt ihm Selbstvertrauen und tolle Erlebnisse.“
Foto:© #notjustdown
Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
17.03.2025